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Öffnungszeiten der historischen
Sehenswürdigkeiten:
SCHLOSSPARK
Winterzeit (01.10. – 30.05.):täglich - 10.00 -
17.30
Sommerzeit (01.06. – 30.09.):täglich - 10.00
-22.00
KIRCHE "S.GIOVANNI AI
CAMPI"
Nur nach vorheriger Anmeldung: 0039 / 011 / 9657083 –
(011/9657846)
Sprachlich gesehen
könnte der Name Piobesi von „territori pubblici“ abstammen:
die Pluralform Publlicae wurde zu Publice, sodann zu Piobes und
schließlich zu Piobesi.

Piobesi - Plebejische Kirche S. Giovanni
Plebejische Kirche S. Giovanni
Wo heute die
Kirche des Hl. Johannes emporragt, gab es früher eine römische
Siedlung, die ihrerseits auf einen vorgeschichtlichen Ort
zurückgeht; man fand hier einen Grabstein aus der kaiserlichen
Epoche, der nunmehr im Antiquitätenmuseum Turin ausgestellt ist,
sowie eine Inschrift am Kirchenportal.
Ein Grenzstein (im
Inneren der Kirche) und einige Pflastersteine bezeugen, dass an
dieser Stelle einst eine römische Straße entlang
führte.
Erst kürzlich
entdeckte man eine Apsis, die schon vor der aktuellen Kirche
errichtet worden ist, und den Säulenfuß eines Taufbeckens, der
vermuten lässt, dass dieser Ort bereits seit dem V. – VII.
Jahrhundert Standort für christliche Gebäude war.
Die aktuelle
Kirche des Hl. Johannes ist eine Pfarrkirche, die aller
Wahrscheinlichkeit nach aus dem X. Jahrhundert stammt; sie wurde
unter Wiederverwendung von römischen Resten auf den Grundmauern der
vorherigen Gebäude errichtet, wobei man sich von lombardischen
und transalpinischen Modellen inspirieren ließ, denn die drei
Seitenschiffe haben Ähnlichkeit mit den Kirchen von Amsoldingen,
(in der Schweiz), Aime, (Frankreich), Agliate, (Lombardei) und S.
Paragorio in Noli, (Ligurien), nur dass die Kirche von Piobesi
keine Krypta vorweisen kann. In der Halbkuppel der zentralen
Apsis sind die Maiestas Domini und die Deesis
dargestellt, Fresken, in denen man die Neigungen des
Kunstgeschehens in Turin im XI. Jahrhundert ablesen
kann.
Zu Füßen von ‚Christus auf
dem Thron’ sind die zwölf Apostel dargestellt und der verwendete
Stil verweist auf die malerischen Zyklen der Ottonischen Epoche.
Sowohl in den zwei seitlichen Apsiden als auch auf anderen Wänden
sind Fresken aus dem XIV. - XV. Jahrhundert erhalten. Am 3. Oktober
1359 gaben der aus Chamousset in Savoyen stammende Giovanni Pivart
und seine Gemahlin Guglielmina das Fresko über dem Kirchenportal in Auftrag:
wir sehen die Madonna mit dem Kind und an ihrer Seite zwei
musizierende Engel, ein Bildnis der zwei Auftraggeber sowie
Johannes, den Täufer, und den Hl.
Christophorus.
Im Jahr 1717 wurde
auf Geheiß der Verwalter der Kirche S. Giovanni eine Kapelle zu
Ehren des „Heiligen Namens der Maria“ errichtet, in der ein
interessantes Fresko aus dem fünfzehnten Jahrhundert erhalten
ist.
Bis zum Jahr 1835
fand die Weihe der neuen Pfarrer von Piobesi in der Kirche des Hl.
Johannes statt; erst später „verfügte“ man auch über die
Pfarrkirche der Natività di Maria Vergine, (Geburt der Jungfrau
Maria).

Schloss
In der zweiten
Hälfte des X. Jahrhunderts wurde die hochmittelalterliche Curtis
von Publice gegründet, die fortan zum Vermögen des Bistums Turin
gehörte.
Das Schloss wurde
zwischen 1010 und 1037 unter Bischof Landolfo errichtet, im Jahr
1347 aber vom Heer der Visconti zerstört.

Piobesi
- Schloss
Von dem
ursprünglichen Schloss ist nur einer der vier im XIV. Jahrhundert
errichteten Türme erhalten geblieben.
Im 19. Jh. wurde
es in ein bürgerliches Anwesen umgewandelt und war für einige
Jahre Residenz des Grafen Brassier von Saint-Simon,
Botschafter von Preußen (für das Reich
Sardinien).
Im Jahr 1863 hat
sich George Perkins Marsh, erster US-Botschafter am Hof von
Savoyen, hier aufgehalten, begleitet von seiner Gemahlin Caroline
Crane.
Und dass diese
Persönlichkeiten aus Kultur und Politik Spuren hinterlassen haben,
ist auch heute noch einsehbar: Das Buch ‚MAN AND NATURE’ von G.P.
Marsh, dessen erste Fassung während des Aufenthalts in Piobesi
fertig gestellt wurde, kann als eine der ersten wissenschaftlichen
Studien bezüglich der Veränderungen der Umwelt durch die Menschheit
betrachtet werden, auf die sich auch heute noch Wissenschaftler und
Experten aus aller Welt beziehen.
Vor kurzem wurde
das Tagebuch seiner Gemahlin veröffentlicht, (Allemandi Verlag
Turin), das ein interessantes und scharfsinniges Bild der
Gesellschaft zu jener Zeit widerspiegelt, beschrieben aus der Sicht
einer stark emanzipierten und sehr intelligenten, amerikanischen
Frau.
Ihr Aufenthalt in
Piobesi wird an zahlreichen Stellen erwähnt. Seit 1998 gehört das
Gebäude zum Gemeindeeigentum und man kann den mittelalterlichen
Turm, die Säle im Erdgeschoss, die ehemalige
Kapelle, (heutiger Sitz der Bibliothek), und den italienischen
Garten besichtigen.

TETTI CAVALLONI
Dieser Vorort von
Piobesi ist ein klassisches Beispiel für die landwirtschaftliche
Gegend südlich von Turin und könnte auf eine der Siedlungen des
antiken Publice zurückgehen.
Man kann nicht nur
die Altstadt besichtigen sondern auch eine Kapelle aus dem XVIII.
Jahrhundert, die von den Dorfeinwohnern errichtet wurde und der
Allerheiligsten Dreieinigkeit gewidmet ist. Das Gemälde des
Hochaltars ist ein Werk des Malers Agostino Cottolengo aus Bra, ein
Bruder des Benedetto Cottolengo, dem Gründer der Einrichtung
"Piccola Casa della Divina Provvidenza, (Haus der Göttlichen
Vorsehung). Besichtigen Sie die zwei Öfen zum Brotbacken aus
dem XVIII. Jahrhundert, von denen einer noch heute in Funktion
ist.
In Tetti Cavalloni
wurde im Jahre 1841 Teresa Petronilla Comoglio geboren, die
gemeinsam mit ihrer Schwester Giuseppina die Institution
“L’adorazione quotidiana perpetua“ gründete. Derzeit läuft ein
Verfahren zur Seligsprechung der zwei Schwestern.
Früher war dieser
Ort von dichten Wäldern umgeben und aufgrund der reichhaltigen
Jagdbeute beliebtes Jagdziel des Königs Vittorio Emanuele,
II.
Civic Tower, Bell-Tower, Houses and elegant XVth
Century Palaces
Diese Gebäude
wurden zwischen 1458 und 1461 errichtet, als der Turiner Bischof
Ludovico von Romagnano die Gründung eines neuen Dorfes Piobesi
wünschte und in Auftrag gab. Die runden Backsteinverzierungen des
Palastes erinnern an die des Schlosses der Familie Della Rovere in
Vinovo.
Von der Kirche der
Hl. Maria aus dem Jahre 1461 sind nur zwei Spannweiten mit
Kreuzgewölbe erhalten geblieben, die bei dem Bau der späteren
Kirche im Jahre 1892 mit einbezogen wurden.
Stadthaus (Aymini Palast)
Beispiel für eine
bürgerliche Residenz aus dem
XIX. Jahrhundert.

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